Anlagefonds - Wie unterscheiden sie sich?
Welche Arten von Anlagefonds gibt es?
Die Welt der Anlagefonds präsentiert sich heute in einer grossen Vielfalt mit entsprechend ausgeprägtem Spezialisierungsgrad. Für praktisch jedes Anlegersegment und für alle nur erdenklichen Anlageziele und Anlagebedürfnisse gibt es den oder die geeigneten Anlagefonds. Zurzeit sind in der Schweiz weit über 6000 verschiedene Fonds von über 200 in- und ausländischen Fondsanbietern zum Vertrieb zugelassen.
| Anleger wollen exakt wissen, worin sie ihr Geld investieren und womit sie - was die Rendite und das Risiko anbelangt - rechnen können. | ||
Fonds gibt es heute für jedes Anlegersegment und für jegliche Anlageziele und Anlagebedürfnisse. In den letzten Jahren hat die Schweizer Aufsichtsbehörde FINMA Tausende in- und ausländischer Fonds genehmigt und zum öffentlichen Vertrieb zugelassen; insgesamt sind es inzwischen bereits weit über 6000. Dazu kommen weitere Tausende von Anlagefonds und fondsähnlichen Kollektivanlagen in- und ausländischer Anbieter, die über keine Genehmigung zum Vertrieb verfügen und rein im Rahmen von Vermögensverwaltungsaufträgen - im Zusammenhang vorab vermögender Privatkunden - privat platziert werden.
Unterschiedliche Risiken je nach Fondskategorie
Nicht jeder Fonds trägt dasselbe Mass an Risiko: Je nach Anlageausrichtung, d.h. in was ein Fonds investieren darf, und Anlageziel, welche Rendite er also anstrebt, sind riskantere von weniger riskanten Fonds zu unterscheiden. Im Allgemeinen gilt: Je grösser der Anteil der Aktien- und Fremdwährungsanlagen in einem Fonds ist, desto mehr Risiken sind damit verbunden respektive desto grössere Wertschwankungen sind zu erwarten. Fonds mit relativ hohen Risiken sind erfahrungsgemäss die in US-Dollar geführten so genannten Emerging Markets Funds, die ihre Mittel in Schwellenländern konzentrieren, sowie die so genannten Hedge Funds oder Private Equity Funds. Solche mit eher geringen Risiken sind beispielsweise Geldmarktfonds in Schweizer Franken und Immobilienfonds.
Um Fonds zu beschreiben und gegeneinander abzugrenzen, lassen sich verschiedene Unterscheidungskriterien heranziehen. Dazu zählen u.a. Funktion und Einsatzzweck des Fonds, dessen Anlageausrichtung und Anlagenutzen. Hinsichtlich Anlageausrichtung und insbesondere der eingesetzten Anlageinstrumente können zunächst einmal fünf Hauptkategorien von Anlagefonds unterschieden werden: Aktien-, Obligationen-, Geldmarkt- und Anlagestrategiefonds sowie Immobilienfonds. Swiss Fund Data publiziert die Marktanteile der fünf Kategorien (vgl. Kasten).
Marktanteile der Fondskategorien per Ende 2008 in % und Mrd. CHF
| Geldmarktfonds: | 22% | 98,8 Mrd. CHF |
| Obligationenfonds: | 20% | 89,3 Mrd. CHF |
| Aktienfonds: | 22% | 101,1 Mrd. CHF |
| Anlagestrategiefonds: | 23% | 97,2 Mrd. CHF |
| Immobilienfonds: | 4% | 18,2 Mrd. CHF |
| Hedge Fonds: | 3% | 13,9 Mrd. CHF |
| Andere Fonds 1): | 6% | 33,6 Mrd. CHF |
1) in dieser Kategorie sind im Wesentlichen erfasst: Produkte für die steuerbegünstigte
Altersvorsorge sowie für Anlagen in Wandel- und Optionsanleihen
Quelle: Swiss Fund Data
Geldmarktfonds
In der Regel will ein Anleger gewisse Liquiditätsreserven halten oder in ungewissen Zeiten sein Kapital in einem «sicheren Hafen parken». Gleichzeitig soll das Geld jedoch jederzeit verfügbar sein. Für diese Bedürfnisse eignen sich Anlagen in Geldmarktfonds. Geldmarktpapiere sind Finanzierungsmittel mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten. Auf Grund ihrer kurzen Laufzeiten bergen sie praktisch kein Zinsrisiko.
Obligationenfonds
Obligationenfonds bieten attraktive Anlagemöglichkeiten im Bereich von festverzinslichen Anlagen. Sie bilden insbesondere die Basis für einkommens- und renditeorientierte Anleger, da sie regelmässige (Zins-)Erträge abwerfen. Obligationenfonds investieren in Unternehmensanleihen oder Anleihen der öffentlichen Hand, die in der Regel mit geringeren Kursschwankungen verbunden sind als Anlagen in Aktien.
Aktienfonds
Mit Aktienfonds können Anleger in effizienter Weise in einer der bedeutendsten Anlagekategorien investieren. Sie erwerben eine indirekte Beteiligung an Unternehmen und partizipieren damit an deren Entwicklung und somit an den entsprechenden Chancen und Risiken. Längerfristig bieten Aktienanlagen im Vergleich zu anderen Finanzanlagen das grösste Gewinnpotenzial. Deshalb gehören gut diversifizierte Aktienanlagen in alle Portfolios, die auf Wachstum des Kapitals ausgerichtet sind. Das längerfristig höhere Performancepotenzial muss aber mit höheren Risiken erkauft werden. Mit Risiko wird das Ausmass der Kursschwankungen bezeichnet (Volatilität).
Anlagestrategiefonds
Anlagestrategiefonds werden auch Asset Allocation Funds, Strategy Funds, gemischte Fonds, Anlagezielfonds oder Portfolio-Fonds genannt. Anlagestrategiefonds sind gemischte Fonds, d.h. es können alle traditionellen Anlageinstrumente wie Geldmarktpapiere, Obligationen und Aktien
im selben Fonds vorkommen.
Immobilienfonds
Mit dem Erwerb von Immobilien zu Anlagezwecken können Anleger
von relativ stabilen und vom Geschehen auf den Finanzmärkten
weitgehend unabhängigen Mieteinkünften profitieren. Fondsleitungen
von Immobilienfonds übernehmen den Erwerb und die Verwaltung
von Renditeliegenschaften, die profunde Sach- und
Immobilienmarktkenntnis und hohe Anlagebeträge erfordern, über
die ein einzelner Anleger oftmals nicht verfügt.
Jede dieser fünf Fondsklassen lässt sich anhand der Anlageausrichtung,
des Anlagestils, des Anlageziels, des Domizils, der rechtlichen
Konstruktion, der anvisierten Anlegergruppe und vieler zusätzlicher
Unterscheidungsmerkmale beliebig weiter unterteilen.


